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Prüfungsstrecken mehrmals abgefahren

"Prüfungsstrecken mehrmals abgefahren"

Name: 1 down 5 up (männlich)
Kategorie: Kat. A (bis 35kW)
Strassenverkehrsamt: Prüfstelle Regensdorf (Kanton ZH)
Prüfungsergebnis: Bestanden am 14.10.2021 beim 1. Versuch nach 1 Fahrstunden
Experte: Scheppert
Fairness des Experten: 6 von 6
Fahrlehrer: Fahrschule KOCH in Regensdorf

Die Berichte haben mir enorm geholfen und deshalb möchte ich auch gerne meine Erfahrung mit euch teilen. :)

Ich habe das Motorrad fahren leider erst spät entdeckt bzw. habe ich mir immer eingeredet es sei zu gefährlich. Jedoch hat es mich gepackt, als ich Ende Mai die Grundkurse mit dem Roller absolviert habe. 2 Wochen später gönnte ich mir die Kawasaki Z650. Da in diesem Jahr das Gesetz geändert hat, ist der direkte Einstieg für die Kat. A unbeschränkt nicht mehr möglich, dann war es nun mal Kat. A beschränkt, aber das ist meiner Meinung nach nicht schlimm, denn so sammle ich in zwei Jahren genügend Erfahrung und kann dann den Töff öffnen und mich für die "grosse" (gleiche) Prüfung anmelden (falls 2 Jahre klaglose Fahrpraxis mit A beschränkt).
So fertig mit dem Intro. ;-)

Ich habe 1 Woche vor meiner Prüfung eine Lektion Fahrstunde bei der Fahrschule Koch genommen, hauptsächlich um zu sehen wie es sich anfühlt wenn jemand hinten drauf sitzt. Es hat mir extrem geholfen, denn beim Stand, anfahren sowie bremsen merkt man es am besten. Sobald eine gewisse Geschwindigkeit erreicht wird, merkt man kaum, dass jemand hinten drauf sitzt. Mein Fahrlehrer, der Luki Hirt, gab mir ausserdem noch nützliche Tipps, so konnte ich mein Fahrstil noch leicht anpassen vor der Prüfung. Ich kann ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.

Am Prüfungstag bin ich genug früh von zu Hause abgefahren, um ein wenig einzufahren, damit der Töff warm ist und die Reifen "kleben". Eine halbe Stunde vorher wartete ich auf dem zugewiesenen Parkplatz bis der Prüfungsexperte erschien. Eine kurze Begrüssung und dann kontrollierte er zuerst die Papiere (Lernfahrausweis, Fahrzeugausweis und Führerausweis). Danach ein Check, ob der Töff fahrtauglich ist d.h. Blinker, Vorder- und Hinterbremse, Reifenprofil (mind. 1.6mm).

Herr Scheppert schien mir sehr sympathisch und freundlich. Das hat die Stimmung ziemlich gelockert. Der Experte hatte einen Bärndütsch Akzent. Er bat uns nach vorne zum Manöverplatz und erklärte danach den Manöverteil. Zuerst die Spurgasse, dann direkt ins 8ti und sobald das gut ist in den versetzten Slalom - alles an einem Stück. Ich war als Erstes dran und konnte alle Manöver flüssig meistern und hatte auch keinerlei Probleme gehabt zumal ich echt oft geübt habe, der Manöverplatz war die letzten Monate praktisch mein zweites Zuhause gewesen haha... Ich wusste bereits vorher, dass die Manöver genau so ablaufen würden 1. aus den Berichten und 2. der Austausch mit den Leuten, welche auch die Manöver übten. So fiel es mir auch leicht, nicht dass es ein Kinderspiel war, ein wenig nervös war ich nämlich schon, aber ich wusste, ich würde es schaffen. Der gerade Slalom habe ich hier nie gelesen sowohl gehört von jemanden. Aber dennoch würde ich diesen üben, man weiss ja nie. So wartete ich bis der Mitprüfling fertig war. Leider hat es für ihn bei den Manövern bereits nicht gereicht, bei der Spurgasse hat er circa 13 Sekunden gehabt, beim 8ti stand er zweimal ab und beim versetzten Slalom stand er bei der 4. Pylone wieder ab. Übt die Manöver wirklich gut, diese müssen sitzen. Denn es wäre schade, wenn ihr deshalb nicht auf die Strasse könnt.

- Spurgasse, Blick nach vorne, einen Punkt fixieren, die Knien fest an den Tank pressen. Ich kam mit meiner Kawa Z650 sehr gut zurecht, indem ich nur mit der Kupplung und der Hinterbremse gespielt habe. Gas benötigte ich nicht. Ausserdem war mein Oberkörper ganz leicht nach vorne geneigt, dies hilft vor allem beim Korrigieren, denn wenn der Körper aufrecht ist, steuert man mit den Schultern was dazu bewegt, dass man den Lenker je nach dem stärker einschlägt und so mehr korrigieren muss als wenn man mit dem Körper ein wenig nach vorne neigt, steuert ihr den Lenker nur mit den Armen.
- 8ti, dazu kann ich nichts viel sagen, ausser, sobald es geht immer den Mittelpunkt anschauen. Denn dort wo ihr hinschaut, werdet ihr auch hinfahren.
- versetzter Slalom, beim Manöverplatz in Regi ist der Platz meiner Meinung nach genügend gross, um auszuholen. Wichtig dabei ist, dass ihr nach dem 8ti genügend ausholt, um dann in den versetzten Slalom zu fahren. Sobald ihr euch der Pylone nähert, gleich die nächste Pylone anschauen.

Nach diesen Manövern, kam noch die Vollbremsung bei 50 Km/h. Der Experte hatte ein Gerät in der Hand, so betätigte er den Knopf und das rote Lichtsignal leuchtete auf. Auch hier Blick nach vorne und zuerst voll auf die Hinterbremse und danach die Vorderbremse (sind nur Millisekunden, aber macht viel aus), nicht dass das Hinterrad "lüpft". Unter der Geschwindigkeitsanzeige zeigt es noch den Bremsweg an, diesen könnt ihr ignorieren. Der Experte möchte sehen, dass die Gabel "hineingeht" bzw. dass das ABS einsetzt. Auch dies klappte hervorragend und somit ging ich mit dem Experten alleine auf die Strasse. Mittels 2x Mal Schulterklopfen zeigte er denn Weg an. Wegweiser müsst ihr selbst schauen.

Strecke:
Regensdorf - Dällikon - Buchs 30er Zone - Boppelsen - Otelfingen - Hüttikon - Dänikon - Dällikon - Regensdorf

Ich kannte die Prüfungsorte sehr gut, da ich die Prüfungsstrecken mehrmals abgefahren bin. Anhand der vorhandenen Berichte schaute ich zuerst auf Google Maps nach und fuhr so die Strecken ab. Ihr müsst es natürlich nicht so machen wie ich, aber dies half mir um unvorhersehbare Stellen zu entdecken, da war ich auch stets gefasst. Jedoch empfehle ich euch sicherlich folgende Orte/Stellen abzufahren, da diese doch noch anspruchsvoll sind:

- Regensberg
- Weiniger
- Hüttiker (viele Rechtsvotritte)

Und hier sind noch die anderen Prüfungsorte:

- Adlikon
- Watt
- Dielsdorf
- Steinmaur - Bachstal - Stadel
- Steinmaur - Riet - Neerach
- Höri
- Niederhasli
- Oberhasli
- Nassenwil
- Frankental - Ober- und Unterengstringen
- Geroldswil
- Oetwil a. d. L.
- Würenlos

Zurück am STVA angekommen, gratulierte der Experte mir zur bestandenen Prüfung. Einzig was er bemängelte, war, dass ich bei einer 80er Strecke 86 Km/h gefahren bin, es jedoch noch bemerkte. Ausserdem sagte er mir während der Fahrt, dass ich dann schon «Hochtourig» fahren kann, das ist natürlich wieder expertenabhängig finde ich. Sprich wenn 80 ist, dann könnt ihr schon den Gashebel ziehen (dies nur wenn es übersichtlich ist und ihr weit nach vorne sehen könnt). Nicht so doll, dass ihr dann zu dynamisch seid, aber auch nicht zu wenig, dass ihr zu lange braucht, um auf 80 zu kommen, weil dann heissts ja du bist mir zu sicher gefahren (habe ich auch schon gehört und er hat deswegen nicht bestanden!). Alles in allem empfand ich die Fahrt sehr angenehm, der Experte hat sich sehr ruhig verhalten.

Wichtig! --> Kurvenlinie, Blicktechnik, richtiges Einspuren, Bremsbereitschaft! Und benutzt stets die Vorderbremse, die Hinterbremse benötigt ihr nur z.B. bei einer Ampel wo ihr die ein paar Meter noch am Rollen seid.

Mein Fazit: Ich bin mit dem Gefühl und den Gedanken zur Prüfung gegangen, dass falls ich durchfallen sollte, es kein Weltuntergang ist, klar ist man enttäuscht usw. aber lieber machst du dir keine grossen Sorgen und setzt dir zusätzlichen Druck auf, denn dann überragt die Nervosität und diese führen meist zu Fehlern. Es bizeli Nervosität ist auch ganz normal. Ich weiss, dass es einfach gesagt ist, aber wenn ihr z.B. die Manöver übt und dort schon anfängt einfach mal locker zu bleiben anstatt angespannt zu sein, werdet ihr schon merken, dass es viel einfacher geht, isch ja logisch oder! ;-) Schlussendlich sind die Experten auch nur Menschen und beim Üben der Manöver werdet ihr auch von anderen Bikers beobachtet. Mitte Juni angefangen, gut 4 Monate gefahren (viel gefahren ca. knapp 3000 KM , auch Pässe). ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN und viel fahren, dann klappts.

Ich hoffe ich konnte euch weiterhelfen und wünsche euch erfolgreiches Gelingen!
Peace (2 fingers).

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